Mittwoch, 12. September 2012

Kurztrip nach Tokyo


Auch schon wieder ein paar Wochen her aber aufgrund eines Familienbesuches hat es uns diesen Sommer glücklicherweise wieder in meine Lieblingsstadt Tokyo verschlagen. Leider nur für drei Tage aber auch da kann man jede Menge Highlights sehen. Und da ich immer bemüht bin, zu zeigen, wie phantastisch und wunderschön doch Tokyo ist, haben wir natürlich mit unseren Gästen nur die imposantesten Orte, die in der Kürze der Zeit möglich waren, besucht. Hier einfach ein paar Impressionen davon:
Asakusa:

Tempel in Asakusa








Bootsfahrt auf dem Sumida Fluss:

Sky Tree

Asahi Hauptsitz



Odaiba:

Rainbow Bridge

Fuji Zentrale

One Piece





Toyota Showroom


Meiji Schrein:

Torii am Meiji Schrein






Shibuya:







Dienstag, 31. Juli 2012

Deutsche Bahn


Da ich mich gerade, wie jedes Jahr in den Sommermonaten, in Deutschland befinde und auch hier ab und zu von A nach B muss, dachte ich mir, mit dem Zug fahren, wäre auch mal wieder was. Teurer als Fliegen ist es ja mittlerweile – muss ja gut sein. Naja, von Service hat die Deutsche Bahn wohl noch immer nichts gehört und als Einstellungskriterium ist Freundlichkeit wohl ein absolutes KO-Kriterium. Im Bordrestaurant sollte es lt. einer netten Mitreisenden Eis für die Kinder gratis geben – ein Angebot der Deutschen Bahn in den Sommermonaten – als Werbung in verschiedenen Zeitschriften zu lesen aber natürlich nicht im Zug direkt. Wenn eine gewisse Kundenfreundlichkeit herrschen würde, könnte man es den Reisenden ja anbieten, wenn sie mit kleinen Kindern nun schon zum x-ten Mal aus lauter Langeweile und dem Bewegungsdrang von Kleinkindern geschuldet, durchs Restaurant tappen. Aber nein, man kann ja von selbst drauf kommen. Nachdem wir unser Eis erfragt hatten, wollten wir uns gleich gemütlich ins Restaurant setzen. An jedem Tisch saß jeweils eine Person und ein Tisch war frei – bis auf einen Pappkaffeebecher und einen Block. Kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, rollte eine sehr übel gelaunte, dicke, „Servicemitarbeiterin“ an, riss ihren Block vom Tisch, schnappte sich ihren Kaffeebecher und schnauzte mich an, ob es denn wohl noch erlaubt sei, ihre Sachen mitzunehmen. Beim Wegrollen murmelte sie noch vor sich hin, dass die Leute ja alle bescheuert sind. Ich war so schockiert von diesem Verhalten, dass mir in dem Moment absolut gar nichts dazu einfiel. Es ist einfach unglaublich, dass Menschen mit dieser Einstellung im Service Arbeiten dürfen. Ich glaube die Bahn sollte ihren Mitarbeitern als Erstes beibringen, dass sie für den Kunden da zu sein haben und nicht der Kunde sich nach dem Personal zu richten hat. Leider war das für mich wieder ein Grund mehr, mich um so mehr auf Asien zu freuen, da wäre so was einfach undenkbar...

Montag, 4. Juni 2012

Sonntagsausflug nach Muuido



Nur etwa 60 km von Seoul entfernt, gleich hinter dem Flughafen Incheon, fährt man noch 5 Minuten mit der Fähre (eine Brücke hätte es sicher auch getan) und schon ist man da, auf der Insel Muuido. 

Zwar zieht es natürlich viele Seouler am Wochenende ebenfalls dorthin aber das Meer und der Strand mit fast schon Urlaubsfeeling entschädigt auf jeden Fall für die kleine Völkerwanderung. Falls sich das Meer aufgrund der Ebbe grad zurückgezogen hat, kann man Krebse und Muscheln sammeln, ansonsten planschen die Kinder im Wasser und die Koreaner gehen, wo immer ein schattiges Plätzchen zu finden ist, ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, dem Essen und Trinken. 


Es gibt kleine, hochbeinige Hütten direkt am Strand, in denen wirklich nicht mehr Platz ist, als auf Matratzen auf dem Boden zu schlafen. Dafür sind sie aber mit Fußbodenheizung ausgestattet - immerhin. Wem das zu „luxuriös“ ist, der kann auch direkt am Strand im eigenen Zelt übernachten.

Gegen den Hunger gibt es viele kleine Restaurants in Hafen- und Strandnähe, in denen es fast ausschließlich fangfrisches oder noch lebendiges Meeresgetier in allen möglichen und unmöglichen Varianten gibt. 

Wir haben uns für die gegrillte und rohe Sashimi-Variante entschieden. Selbst für bekennende Sashimiliebhaber wie uns, gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Diesmal die extrem frische Variante von Tintenfischen – lebendig zerhackt, ziehen sich dann die Tentakel in ihren letzten Zuckungen (und die können sich schon über 10 Minuten hinziehen) über die Anrichteplatte und die Saugnäpfe sind auch noch kräftig am Arbeiten, so dass es aussieht, als ob sich der Tintenfisch noch ein letztes mal zusammensetzen möchte, um dich anklagend anzuschauen –  frischer geht es wohl nicht mehr....

Dienstag, 29. Mai 2012


Buddhas Birthday
Obwohl wohl mittlerweile die Hälfte der koreanischen Bevölkerung angibt, keinem Glauben anzugehören, ist der Buddhismus eine der wichtigsten Glaubensrichtungen in Korea. Dementsprechend wird Buddhas Geburtstag auch offiziell als Feiertag begangen und sichtbar zelebriert. 
Die Straßen sind geschmückt mit unzähligen bunten Laternen und es gibt in den Tempeln viele Feiern zu Ehren Buddhas. Auch findet am Sonntag vor Buddhas Geburtstag, um genau zu sein, am achten Tag des vierten Monats nach Lunarkalender, ein riesiger Laternenumzug vom Dongdaemun zum Jogeyesa Tempel statt. 
Der Jogyesa Tempel ist das Zentrum des Zen Buddhismus in Korea und wohl der berühmteste seiner Art in Seoul. Die großen Bäume auf seinem Gelände sind über 500 Jahre alt und deren Berührung soll Glück bringen.
Vor allem der bunte Laternenschmuck zu den Geburtstagsfeierlichkeiten ist wunderschön anzusehen und zieht natürlich auch viele Nicht-Buddhisten an – uns natürlich auch.


Donnerstag, 3. Mai 2012

10-km-Lauf



Um auch mal etwas von der ganzen Trainiererei auf dem Laufband zu haben, habe ich mich nach längerer Zeit wieder dazu durchgerungen, an einem öffentlichen Lauf teilzunehmen. Nach Babypause und relativ wenig Training, dachte ich, ich fang erst mal „klein“ an und hab mir einen 10 km Lauf rausgesucht. Die Strecke ging direkt am Han Fluss entlang, also sehr schön gelegen, das Wetter war klasse und der Lauf hat trotz Anstrengung richtig Spaß gemacht. 

Da ich vor lauter Aufregung gleich mal 1 ½ Stunden vor Start da war und das ganze Veranstaltungsequipment erst noch aufgebaut wurde, konnte ich wenigstens den beginnenden Morgen und die Ruhe am Fluss genießen (ich war ja schließlich schon 7:30 Uhr da, Start war 9:00). Nach und nach wurde es voller und ich war sehr sehr lange die einzige Ausländerin weit und breit. 

Ein paar Minuten vor dem Startschuss wurde durch einen „Anheizer“ ordentlich Stimmung gemacht. Alle haben mitgejubelt und auch die  Gymnastikübungen zum Aufwärmen brav mitgemacht. Dann wurde sich in Reihen aufgestellt und jeder hat seinem Vordermann die Schultern massieren dürfen. Mein Hintermann hat sich erst gar nicht getraut, da ich ja eine Ausländerin bin, hat dann aber nach kurzem Zögern beherzt sein bestes gegeben. 

Die Stimmung war super und dann ging es los – Startschuss! Glücklich im Ziel angekommen gab es eine Medaille, etwas zu Essen und zu Trinken, außerdem für jeden noch eine Sporttasche und Socken - toll.

Geschafft!
Aber das Interessanteste für mich war, dass der Sponsor dieses Wettkampfes ausgerechnet ein Getränkehersteller war, der – nein, keine Sportgetränke produziert – sondern eine Art Kräutertee, der gegen die unangenehmen Begleiterscheinung am Morgen (wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Durst) nach einem zu starken Alkoholzuspruch am Abend hilft. Also einen Tee gegen einen waschechten Kater, namens „Natural Herb Tea for Hangover, Dawn 808“. 
Anstehen für "Dawn-Spiele"
Nach dem Lauf gab es ein paar Spiele (wie Dosenstapeln, Pfeilewerfen) bei denen man diesen Tee gewinnen konnte, ich habe mich natürlich an allen beteiligt, um so viele Getränkedosen wie möglich mit nach Hause zu nehmen. Ich opfere mich demnächst selbstverständlich für ein Selbstversuch – und werde berichten...
In Deutschland kann ich mir kaum vorstellen, dass so ein Getränk öffentlich beworben wird. Alkohol, das Teufelszeug! Aber in Korea ist Saufen – ja man kann es schon „Saufen“ nennen, gesellschaftlich nicht nur geduldet, sondern sogar ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens – kein Geschäftsabschluss, keine engeren Freundschaften ohne ordentliches Saufgelage - aber dazu ein anderes Mal mehr...